Beitrag erstellt am
30. Oktober 2009
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Blogs in Zeiten von Twitter, Facebook und Co.
Ich habe schon lange nicht mehr an einer sogenannten Blogparade oder einem Stöckchen teilgenommen. Da ich jetzt bei Peer Wandiger, den meisten sicher besser bekannt unter Selbständig im Netz, eine solche Blogparade mit dem recht interessanten Thema “Blogs in Zeiten von Twitter, Facebook und Co.” entdeckt habe, entschloss ich mich kurzerhand daran teilzunehmen. Es gibt ja schliesslich auch eine Kleinigkeit zu gewinnen :)
Sind Blogs Auslaufmodelle?
Diese Frage möchte ich mit einem klaren “Nein” beantworten. Ich denke, dass Blogs sich in den vergangenen Jahren zu dem Informationsmedium etabliert haben, welches sich aktuell sogar mit den großen Seiten misst. Es gibt meiner Ansicht nach nirgendwo anders ehrlichere und schnellere Nachrichten, die zugleich mit einer persönlichen Note des jeweiligen Bloggers untermalt sind. Das ist das, was bei den Lesern ankommt.
Auch derjenige, der wirklich nur die stumpfen News auf den einschlägigen Seiten liest, verspürt bei besonders populären Themen, erfreulichen Neuigkeiten oder umstrittenen Berichterstattungen mit sicherheit den unmittelbaren Drang sich in irgendeiner Weise beteiligen zu wollen und diese Beteiligung den anderen Lesern zu zeigen. Gerade Weblogs sind offen für Kommentare, Vernetzung durch Trackbacks, Meinungen, subjektive Bewertungen und teilweise angeregte Diskussionen.
Das macht meiner Meinung nach den Erfolg von Blogs aus, wenn man vom guten Ranking so mancher Blogs mal absieht, denn das ist eher der technische Teil des Erfolgs. In Blogs wird nicht nur ein stumpfes Buffet in der Ecke aufgebaut, an dem sich jeder bedienen kann. Es ist vielmehr das silberne Tablett, mit der gewünschten Bestellung à la carte. Der User bzw. Leser entscheidet prinzipiell mit, in welche Richtung die Diskussion geht, welche Themen angesprochen werden und wird oft vom Autor direkt in das Blog einbezogen. Die persönliche Note ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Die großen Newsseiten hingegen verstecken sich hinter ihren großen Redaktionen und wirken dadurch teilweise unnahbar.
Können o.g. Kommunkationsformen (Twitter etc.) zum Vorteil des eigenen Blogs genutzt werden?
Meiner Meinung nach schon, aber nur in geringem Maße. Ich selber nutze z.B. Twitter erst seit kurzem und muss sagen, dass es nicht unbedingt so schlecht ist wie einst gedacht. Prinzipiell ersetzt Twitter fast schon die RSS Funktion mit meinen abonnierten Feeds diverser Blogs. Man wird sehr schnell über neue Blogbeiträge informiert, kann sich einen schönen Mix zusammenstellen, welcher einen nicht nur auf dem Laufenden hält, sondern gleichermaßen amüsiert.
Besonderen oder zusätzlichen Traffic oder Erfolg habe ich dadurch persönlich nicht messen können. Ich muss aber auch zugeben, dass ich sicher nicht einer der begeisterten Twitter User bin, sondern eher einer derjenigen, der zwischen 10 und 20 Leuten folgt und zufrieden ist, schnell über neue Blogartikel und News informiert zu werden.
Bei Facebook habe ich zwar einen Account, allerdings widme ich mich der Community weniger, da ich sie schlichtweg als zu überladen erachte. Bei Facebook steht die Unübersichtlichkeit irgendwie vor dem Nutzen. Aus diesem Grund lasse ich mich dort selten bis gar nicht blicken und habe auch in Zukunft nicht vor das zu ändern. Ich bin mit dem deutschen Pendant MeinVZ ganz zufrieden, wobei ich die Aktivität dort in keinster Weise mit meinem Unternehmen oder dem Bloggen verbinde.
Wie nutzt man die o.g. Kommunkationsformen optimal für sein Unternehmen?
Die Mischung machts. Ich kann das ganze eigentlich nur seitens Twitter bewerten. Es ist so, dass ich meiner Meinung nach interessanten Leuten oder Diensten folge. Das tue ich aber auch nur solange, wie ich es für sinnvoll erachte. Wenn ich von einem User zum xten mal lesen muss, wie toll er doch seinen Mac findet, oder welche App er gerade aus dem App-Store heruntergeladen und auf sein iPhone installiert hat, fliegt er aus der Liste raus. Nicht, dass ich was gegen Apple habe, war nur ein Beispiel. Es gibt einfach zu viele User, die einem wirklich alles erzählen wollen, was ihnen gerade passiert. Aber für Beiträge dieser Art gibt es demnächst ja eine eigens angefertigte Seite, die meiner Meinung nach mit jedem anderen Initiator längst von der Bildfläche verschwunden wäre. Die Idee hat jedoch eine große Chance genau aus diesem Grund schnell wieder zu verschwinden. Das ist meiner Meinung nach u.a. eines der Twitter’schen Probleme. Solche nichtsnützigen Nachrichten erzeugen bei vielen Usern eine extreme Serverlast und damit horrende Kosten.
Auf der anderen Seite mag ich es, wenn Unternehmen oder Unternehmer sowohl über interessante geschäftliche Dinge und Entscheidungen “twittern”, als auch einen Einblick in das reale und eigentlich private Leben gewähren. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Jemand, der morgens als Pinguin verkleidet mit Stock im Arsch in sein Büro kommt, wird am Abend vielleicht doch als wesentlich sympatischer erachtet, wenn er ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert. Doch hier heißt es wieder: Die Mischung machts. Von irgendwelchen Partyorgien o.ä. möchte der Nutzer sicher auch nichts wissen, wobei das natürlich auch dem Image schaden könnte. Trotzdem ist es meines Erachtens nach gut sowohl den Kunden oder Interessenten als auch den eigenen Mitarbeiter ein wenig an sich herankommen zu lassen und die persönliche Schiene zu offenbaren.
Nutzt Du Twitter und Co. selber und hat es Vorteile für Deinen Blog gebracht?
Ja Twitter nutze ich seit kurzem und nein, Vorteile hat es nicht gebracht. Ich nutze meine RSS Abos seitdem deutlich seltener. Demnach hat mir Twitter eigentlich keinen wirklichen Gewinn beschert, sondern mich lediglich zu einer alternativen Informationsaufnahme bewegt. In dem Sinne könnte ich auch direkt wieder meinen Twitter Account löschen und auf die alt bewährten Feeds setzen. Aber warum sollte ich. Es twittert sowieso jeder das raus, was er gerade tut. Und darunter befinden sich nunmal auch die Blogbeiträge.
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