Heizkosten zu hoch: 10 Millionen Euro für Spreadshirt

Wieder einmal ist es ein sogenanntes Vorzeigeunternehmen (wenn die Finanzkrise nicht wäre, könnte das ein richtig schönes Unwort des Jahres sein), welches sich auf einmal doch nicht so ganz auf eigenen Beinen halten kann und dankend eine Finanzspritze über 10 Millionen Euro von zwei Investoren annimmt. Accel Partners hatte sich bereits 2006 an Spreadshirt beteiligt, Kennet Partners kommt nun ebenfalls zu Hilfe.

Das Jahr 2008 wurde schienbar zu gut eingeschätzt. Der Umsatz, welcher leider nicht absolut beziffert wird, stieg zwar um satte 40%, allerdings war das noch wenig genug, um etwa 30 Leuten aus dem Leipziger unternehmen die Richtung zum Ausgang zeigen zu müssen, da der Umsatz für die insgesamt 150 Mitarbeiter einfach nicht mehr reicht. In vielen Startups wird die Kohle einfach nur verheizt und für oft unnütze Dinge ausgegeben (darum die Überschrift). Wie das bei Spreadshirt genau ist, weiß ich nicht und interessiert mich nicht. Fakt ist, dass die Finanzspritze da ist. Daher schient die Situation labil genug gewesen zu sein, das Geld dankend anzunehmen.

Man munkelt, dass der Umsatz in 2008 zwischen 25 und 30 Millionen Euro betragen haben muss. Doch in einem solchen Unternehmen, welches nicht nur reine Dienstleistung liefert, fallen im Gegensatz zu manch anderen Internetunternehmen, die nur “virtuelle” Geschäfte mit zumeist digitaler Ware abwickeln, hohe Kosten für Material, Mensch und Maschine an. Auch das muss selbstverständlich bewältigt und getragen werden. Und mit 150 Mitarbeitern gehört Spreadshirt sicher nicht zu den 08/15 Startups, welche zusammen mit 2 Freunden in einer Kneipe gegründet werden.

Man sagt, dass die Finanzspritz unter anderem dazu dienen soll den atlantischen Raum zu erobern, um Spreadshirt auch in dieser Richtung bekannter zu machen. Lustig ist, dass man bei der Fahrt über den Teich direkt auf den Konkurrenten zupaddelt, welcher scheinbar einst der Vorreiter war. Es wurde unter anderem behauptet, dass das Verhältnis von Spreadshirt zu Cafepress in etwa dem Verhältnis von StudiVZ zu Facebook entspricht, wenn ihr versteht was ich meine.

Diese Finanzspritze hat man angeblich den Gründern Lukasz Gadowski und Matthias Spieß zu verdanken, die das Unternehmen im Jahr 2001 übrigens ganz ohne Startkapital gründeten.

This investment would not have been possible without the work and dedication of our founders, Lukasz Gadowski and Matthias Spiess, our motivated and smart management team, and our creative and hard working execution team. I am grateful today and each day for all they do to grow Spreadshirt and me!

Spreadshirt hat sich trotz einiger Vorwürfe und Kritik sehr gut etabliert und ist mit seinen rund 300.000 Partnershops sicherlich ein Gigant auf dem Social Commerce und Personal Branding Markt. Ich wünsche daher viel Erfolg und werde vermutlich trotzdem nie ein T-Shirt bei euch bestellen, weil mein Nachbar das ganze für wesentlich weniger Geld macht :)

Diese Aussage versteht sich ganz ohne Wertung, denn meinen Saft kaufe ich z.B. auch im ALDI, weil er da einfach günstiger ist als sonstwo.


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Kommentare

Ich kann das irgendwie nicht richtig verstehen. Ich meine, da zieht jemand so ein Unternehmen auf, kann sich ne gewisse Zeit halten, und dann ist aufeinmal das Geld alle, und man muss “betteln” gehen? In einem gescheiten Unternehmen muss man doch auch mal etwas vorrausschauend handeln, planen und mit dem schlimmsten Fall rechnen. Man kann doch nicht die ganze Zeit mit ner rosaroten Brille durchs Leben stolzieren und hoffen, dass alles gut gehen wird?! Welche Spassvögel haben sich da denn bei Spreadshirt verrechnet, dass auf einmal so eine horrende Geldsumme nötig ist?

Unverständlich…

Naja, ist halt Web 2.0. Hauptsache feiern :)

Hallo,

ich kann mich Schocker Blogger nur anschließen und wundere mich von Tag zu Tag, wenn ich zB. bei Exciting Commerce rein sehe, wer schon wieder sonst wie viele Millionen bekommen hat. Sind wir denn jetzt hier in den USA? Haben wir aus zu viel Investorgeld in der Firma denn nichts gelernt?
Geld ist zwar toll für so ein Unternehmen und auch wichtig, aber meiner Meinung nach gibt es an so einem Standpunkt nur noch die Variante: Wachstum um jeden Preis, wenns kracht, krachts halt. “Normal” sollte ein Unternehmen ja doch eher versuchen sein Kapital nur kurzfristig von externen Geldgebern zu holen/leihen. Aber scheinbar habe ich da in der Berufsschule etwas “falsches” gelernt. Naja, jeder selbst schuld, wenn sein Job dann mal eben fix weg ist…

Grüße, Andi

Berfusschule und Lernen sind natürlich zwei Worte, die nicht unbedingt zusammenpassen… ^^

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