Beitrag erstellt am
26. Juli 2010
unter Allgemein.
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Loveparade – Haben Veranstalter und Behörden gefuscht?
Es waren unglaubliche Bilder, die am Wochenende aus Duisburg, dem Veranstaltungsort der diesjährigen Loveparade, per TV in die heimischen Wohnzimmer gesendet wurden. Man fragt sich eigentlich nur danach, welcher der Verantwortlichen so einen Stuss genehmigen konnte. Nun tauchen die ersten Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Diverse Aussagen passen nicht zueinander, Genehmigungen wurden erteilt, die nie hätten erteilt werden dürfen…
Verantwortung will natürlich niemand für die insgesamt 19 Todesopfer und deutlich mehr als 300 Verletzten übernehmen. Das Gelände und auch der Plan seien ausreichend besprochen worden. Man habe “eigentlich” keine Gefahr aus dem Konzept ersehen können. Interessant nur, dass irgendwelche Internetuser schon vorab darauf hinwiesen, dass das einfach nicht gut gehen kann, mehr als eine Million Menschen durch ein solches Nadelöhr zu lotsen, welches gerade mal 20 Meter breit ist. Besonders Interessant sind auch die Berichte einiger Besucher, die die Katastrophe am eigenen Leib erfahren mussten.
Das Gelände, auf welchem die Loveparade stattgefunden hat, hätte eigentlich niemals genehmigt werden dürfen. Das an der Rechnung irgendetwas faul ist, dürfte selbst einem Grundschüler der 1. Klasse auffallen. Hier mal ein paar Aussagen dazu: Das Gelände bietet Kapazitäten für rund 250.000 Menschen. Der Veranstalter hatte im Vorhinein jedoch mindestens 500.000 Menschen angemeldet und mit weit mehr als einer Million Menschen gerechnet. Irgendwie fehlt mir da die Kapazität. Die Genehmigung lief trotzdem, da man einfach mal davon ausgegangen ist, dass sich die meisten Menschen im gesamten Stadtgebiet und nicht nur auf dem Gelände, auf welchem die Loveparade stattfinden soll, breit machen. Klar. Wer zur Loveparade fährt, ist natürlich scharf auf Sightseeing in Duisburg. Man kann das ganze mit den Worten Profitgeilheit und Ignoranz beschreiben, zumal diverse Internetuser gewarnt haben. Und zwar vor der Katastrophe. Die Profitgeilheit kann übrigens an diversen Aussagen festgemacht werden, die von Augenzeugen berichtet wurden. Sascha Otto (24) dazu:
Ich wollte schon gegen halb vier gehen, doch man kam nicht raus. Schon da hatten die Leute Angst. Ein Security-Mann hielt uns auf, sagte: Geht nicht, wir wollen schließlich den Rekord knacken.
Die Widersprüche sind ebenfalls sehr interessant. Bei bild.de heißt es vom Polizeipräsident:
Die Polizei hat sehr intensiv in den Besucherstrom eingegriffen. Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens gab es noch Bewegungsmöglichkeiten auf der Rampe.
Es mag sein, dass zumindest versucht wurde aktiv in die Massen einzugreifen. Allerdings ist das die Aussagen eines sogenannten Schreibtischtäters. Hört man sich mal den Wortlaut eines wirklich aktiv eingreifenden Polizisten an, dann kann man die Aussage zu den angeblichen Bewegungsmöglichkeiten auf der Rampe nicht unbedingt Glauben schenken:
Wir sollten dort dem Rettungsdienst den Rücken freihalten. Aber man kann tausend Menschen nicht einfach aufhalten. Auch Polizisten sind in so einer Situation irgendwie hilflos.
Es ist klar, dass es nun keiner so richtig gewesen sein will. Aber mal im Ernst. Ist es nicht das Mindeste aus Respekt vor den zahlreichen Opfern und Verletzten endlich auszupacken, sich mit Arsch in der Hose vor die Öffentlichkeit zu bewegen und die Fehler einzugestehen? Meiner Meinung nach ist das alles ein einziger Fusch, der aus Profitgeilheit entstand und nun nicht mehr ausgebügelt werden kann. Was passiert ist, ist passiert. Aber steht wenigstens dazu!
UPDATE:
Wer übrigens gestern Abend den Spiegel TV Bericht auf RTL gesehen hat, dürfte den wohl besten Report zur gesamten Katastrophe gesehen haben. Ich persönlich hatte mich schon darüber gewundert wie nah und exakt das Team am Geschehen war. Meedia schreibt sogar von einem möglichen Fernsehpreis:
Wenn dieser TV-Beitrag 2010 keinen Fernsehpreis erhält, dann kann es bei den Jury-Entscheiden nicht mit rechten Dingen zugehen




danke für den SpiegelTV Link