Lycos macht dicht – 500 Leute müssen gehen


Das Gütersloher 08/15 Portal Lycos Europe schließt seine Pforten. Lycos konnte sich in meinen Augen auf dem Markt nie richtig durchsetzen, behauptet aber selber, dass der Chat und eMail Service sehr erfolgreich waren. Mir persönlich war das Angebot viel zu langweilig. Ich habe die Seite schätzungsweise vor fünf Jahren das letzte mal besucht. Ich hatte mich erst noch gefreut, dass ich endlich mal wieder was über das Unternehmen nahe meiner Heimat lese, allerdings habe ich mich auch nicht gewundert, dass es eine solche Nachricht ist.

Der bittere Beigeschmack einer solchen Schließung ist natürlich immer der Verlust von Arbeitsplätzen. Das waren für Lycos immerhin 700 an der Zahl, von welchen rund 500 Arbeitsplätze gestrichen werden müssen. Ein ziemlich bitteres vorweihnachtliches Geschenk. Vorstandsvorsitzender Christoph Mohn möchte seinen Nochmitarbeitern allerdings einen möglichst sozialverträglichen Abgang gewährleisten. Die qualifizierten Mitarbeiter sollen möglichst bei Wettbewerbern, in anderen Sparten oder sogar im Mutterkonzern Bertelsmann untergebracht werden.

Die Aktionäre werden 50 Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Demnach bleiben noch rund 80 Millionen Euro liquide Mittel über, welche zum einen in einen Sozialplan für die Mitarbeiter fließen, allerdings auch benötigt werden, um sich aus laufendenden Verträgen (z.B. Mietverträge) herauszukaufen.

Alles in Allem war die Pleite von Lycos aber schon lange vorauszusehen. Ich hatte mich immer wieder gewundert, dass die überhaupt noch am Markt sind, zumal fast ausschlißlich rote Zahlen geschrieben wurden. Die einzigen Unternehmen bzw. Ableger, die Gewinne verzeichnen konnten sind der Domainanbieter United Domains sowie der Preisvergleichservice Pangora (war mir bis heute nicht bekannt).

Diese Unternehmen sollen nun entweder Verkauft werden, zur Not aber unter anderer Führung weiterbetrieben werden. Ich wünwsche dabei natürlich viel Erfolg und würde mich, vor allem für die Mitarbeiter, über ein positives Ergebnis freuen…


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Kommentare

Uff, was für eine Meldung. Da sieht man aber wieder das nicht alles Gold ist was glänzt..(glänzt?)

Zur Verteidigung von Lycos muss ich aber sagen das der Chat sehr stark besucht war, teils im 5telligen Bereich.

Besucher verursachen in erster Linie Kosten. Wenn man weiß, wie man sein Produkt monetarisieren kann, dann sind die Besucher im 5-stelligen Bereich evtl. nützlich.

Wenn man das allerdings nicht weiß, nützen einem die ganzen Besucher nichts. Außer vielleicht Bandbreitenausnutzung und bessere Mediadaten zum Verkauf von Werbung.

Viele Besucher oder Member bedeuten allerdings nicht gleich Geld (siehe StudiVZ).

Wobei ich mich erinnern, kann das damals ganz Clever Werbung im Chat eingeblendet wurde. Als Text im Chatfenster. Ich war da natürlich auch schon Ewigkeiten nicht mehr.

Naja, ist halt schief gelaufen, was solls :)

Bisher hatte der Niedergang von Lycos noch nicht den Vorteil, dass der Chat eingestellt worden wäre. Dort trifft man fragwürdige Chatgestalten wie Elina1976, die unter der E-Mail-Adresse *schnipps* offensichtlich Männerkontakte sammelt. Immerhin werden in ihrem Profil rund 15.000 Besuche angezeigt.

EDIT: hab die eMail mal entfernt…

Jemand ne ahnung ob die Mails von lycos bleiben?!

Davon habe ich nichts gehört…

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