Beitrag erstellt am
23. März 2009
unter Web 2.0.
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StudiVZ angeblich unbeliebteste Web-Company – Ist das wirklich so?
Bei einschlägigen Onlinemagazinen der sogenannten “Szene” liest man scheinbar aufgrund mangelnder Themen aus der Web 2.0 Szene immer mehr Stuss. Es werden halbfertige Startups in den Himmel gelobt und über Seiten berichtet, die es gar nicht mehr gibt. Außerdem befasst man sich mit irgendwelchen langweiligen Studien, um daraus Ergebnisse zu ziehen, die etwas paradox erscheinen. Da mach ich doch gleich mal mit. Ich weiß nämlich auch nichts zu schreiben ^^
Wie dem auch sei. Laut dieser oben verlinken aktuellen Studie, scheint StudiVZ die wohl unbeliebteste Web-Company auf Erden, vielleicht sogar im ganzen Universum zu sein. Dieser Titel scheint ein weiterer Tritt in den StudiVZ-Allerwertesten zu sein, denn in der letzten Woche gab es bereits Lack vom Konkurrenten aus dem Hause RTL. Das Volksnetzwerk wer-kennt-wen.de scheint das Studentennetzwerk StudiVZ mit seinen beiden Ablegern MeinVZ und SchuelerVZ abgehängt zu haben.
Die Frage, die ich mir stelle ist folgende: Wenn StudiVZ wirklich die unbeliebteste Web-Company zu sein scheint, dann dürfte man sicherlich behaupten, dass rund 11 Millionen Deutsche dumm genug sind sich dieser trotzdem anzuschließen, oder wie darf man das verstehen?
Ich denke, dass man das ganze mal aus etwas größerer Distanz betrachten sollte. Schaut man sich die Google SERPs zu den Keywords “studivz” (1.040.000 Ergebnisse) und “wer-kennt-wen” (234.000 Ergebnisse) an, wird der wesentliche quantitative Unterschied sofort deutlich. Über StudiVZ wird offensichtlich wesentlich mehr geredet.
Das Problem ist natürlich die Vergangenheit der VZler. Es gab so einige Skandale, die das Social Network ganz klar auf seine Kappe nehmen muss:
- StudiVZ nur eine Kopie des großen Bruders Facebook?
- Abmahnungen gegen kleine Communities mit dem VZ-Kürzel in der Domain
- Datenschutz: StudiVZ oder SchnüffelVZ?
- (versehentliche) Löschung der SPD-Gruppe
Zugegebenermaßen sind das natürlich alles Punkte, die StudiVZ vom Image her ganz weit runter in den Keller ziehen, wobei das für mich ehrlich gesagt nicht mehr maßgeblich im Fokus steht. Ich habe früher auch viel über StudiVZ berichtet. Sicher sogar eher negativ als positiv. Auch wenn ich mich eher als inaktiver anstatt aktiver VZler bezeichnen würde, habe ich dort trotzdem einen Account und mache dort mit. Elf Millionen andere übrigens auch. Dann kann das ganze doch gar nicht sooo schlecht sein, oder habt ihr schon negative Erfahrungen gemacht, die euch wirklich persönlich betreffen? Ich nämlich (noch) nicht. Ganz und gar nicht.
StudiVZ wird es in der nächsten Zeit noch schwer genug haben. Ich denke, dass die das ganze, nicht zuletzt durch aktuelle Schritte, immer besser machen und es ohnehin nicht einfach ist, als eines der führenden Netzwerke in Deutschland die Stellung halten zu müssen und sich der Kritik zu stellen. Es ist etwa im Vergleich zum Software-Riesen Microsoft genauso. Alle hassen den Laden und reden viel mehr Schlechtes als Gutes darüber. Benutzen tut die Software trotzdem fast jeder. Paradox.
Meiner Meinung nach ist StudiVZ immernoch absoluter Vorreiter in der Social Network Szene aus Deutschland und hat gerade für den deutschsprachigen Raum neben dem Business-Netzwerk XING einen Meilenstein in Richtung Web 2.0 und soziale Vernetzung gelegt. Bevor man sich also ein Urteil über diese Netzwerke erlaubt, sollte man sich in erster Linie an die eigene Nase fassen und das erstmal nachmachen…
Kommentare
Mal wieder ein guter Beitrag und kein Posting wie in anderen Blogs, die diese Nachricht einfach stumpfsinnig übernommen haben.
Persoenlich kann ich mich auch nicht beklagen. Bisher keine Probleme. Man muss auch mal differenzieren, dass StudiVZ und wer-kennt-wen absolut verschiedene Zielgruppen erreichen.
Hallo,
ich finde oft nur die Bedienung äußerst umständlich, aber ansonsten eigentlich nicht wirklich etwas dran auszusetzen. Hmm…
Grüße, Andi




Wer wurde da befragt? Befragt man Leute aus der “Szene”, so sieht StudiVZ wirklich schlecht aus. Die Datenschutzprobleme, die Aussagen Darianis, die teilweise antisemitisch klangen und dann auch noch versehentliche Gruppenlöschungen, üble Kopievorwürfe, so wie Abmahnungen, aber vor allem kaum eine Entwicklung seit den Anfängen. Unter Studenten und vor allem Schülern sieht die Meinung aber ganz anders aus. Da ich mit beiden “Fraktionen” viel zu tun habe, weiß ich, dass man das Ganze dort eher einfach als Tool sieht. Die regen sich dann eben auf, weil der Server mal nicht geht. So wie sie sich alle über Windows aufregen. Aber die Hintergründe kennen wohl nur Leute, die in der “Szene” sind.