Wenn ich bei o2 etwas nicht haben will, kostet das Geld

Inspiriert durch die Sendung Akte des Senders Sat.1 von gestern Abend (03.02.2009) hat meine Freundin bei o2 einiges geradeziehen wollen. Es ging in der Sendung darum, dass Handynutzer verschiedener Netze Rechnungen über bis zu 11.000 Euro bekommen haben, da sich das Telefon automatisch und mehr oder weniger unsichtbar mit dem Internet verbunden hat.

Die Problematik ist die, dass bestimmte Software auf den Handys das komplette Display in Anspruch nehmen. Das heißt, dass man die am Rand eingeblendeten Verbindungszeichen, die die Art der Verbindung anzeigen, während der Softwarenutzung nicht einsehen kann. Sogar ein ITler befand sich unter den betroffenen Leuten…

Dieser Mann richtete sein Handy so ein, dass Internetverbindungen ausschließlich über das hauseigene WLAN aufgebaut werden. Denn auf diese Weise ist das Surfen im Grunde kostenlos bzw. in der in den meisten Haushalten vorhandenen Flatrate ohnehin inklusive. So weit so gut. Sobald der gute Mann über sein WLAN im Netz surfte, wurde ihm genau das durch ein bestimmtes Verbindungszeichen im Display angezeigt.

Praktischerweise verfügte das Handy über eine integrierte YouTube App, die es möglich macht Videos des bekannten Videoportals YouTube on-the-fly anzusehen. Das hat den Vorteil, dass man nicht erst die Website aufrufen muss und dann erst das Video ansehen kann, sondern dass es sich unkompliziert direkt innerhalb der besagten Applikation aufrufen lässt. Praktisch. Das Problem bei dieser Applikation ist allerdings, dass sie eine Art Vollbildmodus in Anspruch nimmt und somit alle relevanten Verbindungssymbole überdeckt.

Der Tarif von dem die Betroffenen mit einmal 4.000 Euro und einmal 11.000 Euro aufgelaufenen Kosten nun ein Lied singen können, heißt “GPRS by Call”. Bei diesem Tarif zahlt man zwar keinerlei Grundgebühren, dafür aber stolze Summen ab 20,00 Euro pro 1000 kB aufwärts. Wenn man sich also ein z.B. 5 MB großes Video über die YouTube Applikation anschaut, laufen mal eben 102,40 Euro auf. Teurer Spaß, wenn man sich am Tag so zwei oder drei Videos anschaut.

Die sicherste Variante einen solchen Kostenschock zu vermeiden ist die, die Internetfähigkeit der SIM Karte, also des Kundenaccounts direkt beim Netzanbieter abschalten zu lassen. Die Netzanbieter haben da allesamt (nicht nur o2) eine komische Ansicht, was Kundenservice betrifft.

Normalerweise ist es so, dass man etwas haben möchte und dafür dann Geld bezahlen muss. Bei den Netzanbietern ist es in der Regel so, dass man etwas nicht haben möchte und dafür dann Geld bezahlen muss. Klingt zwar doof, ist aber so. Meiner Meinung nach totale Abzocke und völliger Quatsch. Zu Gute halten muss man den Anbietern allerdings ganz klar, dass die oben genannten Kosten erlassen wurden und das ganze aus Kulanz nachträglich in eine Internetflatrate umgewandelt wurde. Da kann man nur sagen Daumen hoch.

Würden die Anbieter das System nun noch so umstellen, dass man Dienste optional anwählen kann und nicht zwangsläufig kostenpflichtig abstellen muss, wäre ein weiterer Schritt in Richtung Kundenzufriedenheit getan.

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Kommentare

Das überhaupt eine solche Möglichkeit besteht, ist schon verwunderlich. Das ist doch Abzocke und sollte verboten werden.

Eine Freundin erzählte heute sogar noch davon, dass es 30 Euro kostet, wenn man den Strom in einer leer stehenden Wohnung abschalten möchte.

Das ist doch totale Verarsche. Sagen die VZ dazu gar nichts?

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