3 Jahre Nichtraucher – so habe ich aufgehört zu Rauchen

Alter Schwede hab ich ein Schwein, dachte ich mir, als ich eben mal einen Artikel bei Bild gelesen habe. Da sollen die Preise für Zigaretten tatsächlich schon wieder erhöht werden. Alle Raucher können sich schonmal daran gewöhnen, dass die Kippen bald nur noch aus den Automaten fallen, wenn man bereit ist mindestens 5 Euro (10 D-Mark) (!!!) dafür hinzulegen. Wahnsinn. Gut, dass ich dieses Laster nicht mehr habe. So habe ich es geschafft:

Morgen vor drei Jahren (19.06.2006) fuhr ich ganz normal zur Arbeit. Ich habe nicht wenig geraucht, muss ich gleich dazu sagen. Ein Big-Pack (25 Zigaretten) meiner Lieblingsmarke West ging am Tag locker durch. Am Wochenende, teilweise gepaart mit Alkohol, auch schonmal zwei Packungen oder mehr. Viel zu viel. Das wusste ich auch als Raucher. Aber es war mir egal. Ihr (Raucher) kennt das ja bestimmt. So nach dem Motto: Hör ich heute nicht auf, mache ich es halt morgen.

Naja, ich stand in jedem Fall ganz normal auf und rauchte schon um 6:00 Uhr, direkt nach dem Aufstehen, meine erste Fluppe. Nachdem ich mich fertig gemacht habe und bereit war um zur Arbeit zu fahren, setzte ich mich wie jeden Morgen ins Auto, schnallte mich an, steckte mir eine Zigarette an und startete erst dann mein Auto. Auf diese Weise konnte ich auf der Fahrt noch schön eine rauchen. Es ist klar, dass es bei 30 km Fahrstrecke nicht nur bei einer Zigarette blieb. Rund 5 km vor der Arbeitsstelle zündete ich mir traditionell wieder ein an. Es war immer die an der gleichen Stelle. Die dritte Zigarette. Jeden Morgen.

Angekommen. Auto aus, Zigarette aus, Sachen packen, Auto abschließen und ab ins Büro. Im Büro war ich oft der Erste. Ich habe alles eingeschaltet und den Kaffee aufgesetzt. Danach habe ich meine eMails am Computer abgerufen. Schon jetzt verspürte ich wieder diesen Drang zur Zigarette. Also zur Schachtel greifen und anzünden das Ding. Kein Problem. Es war jetzt etwa 7:10 Uhr. Dass das meine letzte Zigarette gewesen sein wird, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Ich hatte mir schließlich am vorherigen Abend erst zwei Big-Packs geholt und war mit 50 Zigretten gut eingedeckt.

Auch die Zigarette rauchte ich genüsslich und ganz normal zu Ende. Ich habe gerne geraucht. Etwa eine dreiviertel Stunde später besuchten uns ein paar Kollegen im Büro. Das Büro war in etwa 25 m² groß. Wir waren zu acht. Alle (!) rauchten. Das erste mal hielt ich es vor Rauch und Qualm nicht mehr aus. Ich wollte mir eigentlich gerade mit den Kollegen eine anstecken und packte die schon zwischen meinen Fingern klemmende Zigarette wieder in die Schachtel zurück. Ich dachte immernoch nicht ans aufhören sondern wollte wissen, wie lange ich es wohl ohne zu Rauchen aushalte.

Der Tag war schwer, aber er verging. Ich hatte permanent Schmacht. Doch am Abend wollte ich mir die harte Arbeit nicht zu Rauchen (das ist für einen Raucher wirklich hart) nicht wieder durch das Anzünden und Rauchen einer Zigarette kaputt machen. Erst am nächsten Tag stand fest: Ich erzähle das überall herum, um mich irgendwie selber unter Leistungsdruck zu setzen. Meine Freundin machte sofort mit. Mein Bruder ebenfalls. Wir waren also zu Dritt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. 98% der Leute glaubten mir bzw. uns nicht. Wir wurden ausgelacht. Besonders andere Raucher konnten mit unserem plötzlichen Sinneswandel gar nichts anfangen und glaubten nicht eine Sekunde daran, dass wir das jemals durchhalten können. Dinge wie „Du fängts eh wieder an…“ oder „Das habe ich auch schon tausend mal versucht…“ wurden einen um die Ohren geklatscht. Aber das motivierte mich nur noch mehr. Ich zeig es euch allen…

Es war wirklich schwer. In der ersten Woche setzte ich mich viel mit dem Thema Rauchen und Nichtrauchen auseinander. Ich baute sogar eine Website. Mulmrakete hieß das Ding, welches mittlerweile verkauft ist. Dort schrieb ich alles nieder, was diese Zigaretten mit einem anrichten und was die Vorteile sind das Rauchen lieber heute als morgen aufzugeben. Am dritten Tag war sogar eine Party, welche mit viel Alkohol gefeiert wurde. Das war auch sehr schwer. Aber ich versuchte drüber zu stehen, obwohl die Versuchung riesengroß war. Ich wusste, wenn ich diesen Tag schaffe, hält mich nichts mehr an der Zigarette. Und so war es auch.

Ich hatte es geschafft. Nun blicke ich auf rund 3 Jahre rauchfreie Zeit zurück. Ich hatte damals sogar eine Software programmiert, welche mich noch stärker dazu animiert das Rauchen entgültig bleiben zu lassen. Die Werte können sich sehen lassen.

  • Rauchfrei seit 3 Jahren (1095 Tage)
  • 27.376 Zigaretten nicht geraucht
  • 10.950 Euro gespart
  • 24,64 g Nikotin nicht im Körper
  • 328,51 g Teer nicht im Körper (ekelig wärs gewesen)
  • durch das Nichtrauchen 76 Tage, 1 Stunde und 4 Minuten Zeit gewonnen

Leute ich kann euch nur sagen, lasst das Rauchen sein. Wer noch keinen Grund gefunden hat, der sollte wirklich mal einen Blick auf den Zukünftigen Preis werfen. Ich habe satte 10.950 Euro gespart, nur weil ich etwas nicht mehr tue. Verrückt, aber wahr…

18 Kommentare zu “3 Jahre Nichtraucher – so habe ich aufgehört zu Rauchen”

  1. Wie man sieht ist es eine reine Kopfsache und wenn man es will, geht das auch. Bin selber Raucher (noch) und noch nicht bereit aufzuhören, aber der Tag wird kommen. Das man dadurch spart und seinem Körper was gutes tut, ist ja jedem Raucher klar… Erst wenn man im Kopf dazu bereit ist, klappt es auch.

  2. Genau so ist es. Ich habe vorher auch etliche Male versucht die Finger von den Glimmstengeln zu lassen. „Silvester höre ich auf…“ Bla bla bla. Diese Vorsätze sind für den Arsch und dienen nur dazu das ganze erstens herauszuschieben und zweitens irgendeinen Grund zum aufhören zu finden (gute Vorsätze, etc.).

    Es spielt sich aber, wie Du schon sagtest einzig und allein im Kopf des Rauchers ab. Wenn man nicht fest davon überzeugt ist, es nicht wirklich will und es nicht ganz klar durchziehen möchte, dann hat man keine Chance.

    Die Entscheidung muss fallen und zwar konsequent. Anders geht es nicht.

  3. Sei bloß groh das Du das Laster los hast. Ich habe auch bei der Geburt meines Sohnes aufgehört und jetzt rauche ich nur noch im Urlaub, was bisher gut funktioniert und auch kein Rückfall kam.

  4. Ach schade, also die mulmrakete hätte ich ja auch gerne gekauft. Darf man fragen wie viel Du für das Rauchfrei-Portal bekommen hast?
    Ich empfehle beim aufhören übrigens die 3-A-Methode:
    1. Aufschieben
    2. Ausweichen
    3. Ablenken

    Man muss zuerst versuchen einen Tag ohne Zigaretten auszukommen. Wenn man das geschafft hat, bekommt man schon einen ersten Vorgeschmack wie schön es sein kann wenn man nicht mehr raucht. Heute habe ich mir das Buch Allen Carr bestellt, mal schauen was dort so alles für Tipps stehen.
    Gruss
    Martin

  5. Habe auch vor ca. 3 1/2 Monaten mit dem Rauchen aufgehört, natürlich sind 3 Jahre da nochmal eine stärkere Leistung. Aber ich hoffe, und gehe davon aus, dass ich da auch noch hinkomme :)

    Habe „damals“ übrigens mit dem „Endlich Nichtraucher“-Buch von Allen Carr aufgehört. Bei mir hat es wunderbar funktioniert!

  6. Hi Leute, das Aufhören ist doch garnicht so schlimm, aber jeden Morgen eine Neue Anzünden, das kostet Nerven!!! ;-)

  7. Ich bin erst vor einer Woche zum Nicht(mehr)Raucher geworden und bin fleißig am Kaugummi kauen. Kann mich daher noch nicht zum Kreise der Ex-Raucher zählen, aber ich bin zuversichtlich das ich es durchstehe :-)

  8. Na dann drücke ich mal beide Daumen. Wird schon klappen. Das Schlimmste hast Du hinter Dir. Jetzt heißt es nur noch konsequent bleiben.

  9. So recht kann ich mir das nicht vorstellen, ne komplette Schachtel am Tag zu qualmen. Da muss man doch nur am Rauchen sein…

    Naja, als Nichtraucher kann man sich das wohl nicht vorstellen.

    Aber Glückwunsch dass du´s geschafft hast, und auch bis jetzt durchgehalten hast!

  10. ich bin nun auch ca. 3 jahre nicht mehr raucher. und es lag einfach daran, dass ich mich damit ernsthaft und intensiv auseinandergesetzt habe, warum ich überhaupt rauche, was mich einst bewegt hat anzufangen, was es für mich symbolisiert und warum ich denke, ohne rauchen sei das leben nicht entspannt. nach dem ich verstanden haben was meine intimsten motive sind, warum ich im grunde meine jugend damit aufrecht erhalten wollte, mein selbstbild von unabhängigkeit und freiheit, habe ich aufhören können. ich hab erkannt das rauchen nichts weiter ist als eine form von verdrängung und ohnmacht und eine illsion vom festhalten können an die coolen zeiten, rebellion und grenzübertretung. wenn man sich das alles ohne blaugraue brille anschaut sieht man, das rauchen einen davon abhält erwachsen zu werden, vernunft anzunehmen und sich einzugestehen, dass rauchen einen nie erfüllt hat und die jugend wiederkehren lies, sondern dass das klammern am stengel eine gute möglichket war, sich symbolisch an der jugend und all der coolen erlebnisse festzuhalten und die momente wieder heraufzubeschwören. in wahrheit hat man atemprobleme, gibt sinnlos geld aus, stinkt ekelhaft, die bude stinkt, das krebsrisiko steigt über jedes maß, man schafft eine wolke der mystik um sich, hat schnell kontakt zu anderen süchtigen und hält sich für verwegener als nichtraucher, ist schnell entnervt wenn keine zichten da sind, macht dumme sachen um die zigarette anzubekommen, wenn das feuerzeug streikt, geht mit schlechten atem zu bett und mit noch schlechterem aus dem bett, kinder mögen einen nicht küssen, die finger sind vergilbt, die haut ist grau und neigt zu irritationen, man achtet auf gutes essen, weis aber nicht was genau in der ziggi steckt, würde sogar bei -40 grad zur tanke gehen wenn die packung leer ist, würde 20 euro zahlen für eine packung wenn sie es verlangen würden, man interessiert sich nicht für nicht raucher und ihre gründe die an der bushaltestelle warten, ob sie asthma haben oder lungenkrankheiten, egoistmus und selbstsucht sind das wesen eines rauchers, der tod in raten und die nachteile will man nicht wirklich sehen, lungenkrebs und millionen tote in der welt jedes jahr interessieren nicht, denn es passiert nur den anderen niemals einem selbst. die wahrheit ist, wer raucht ist süchtig wie ein heroinjunkie und man würde seine großmutter verkaufen nur um noch einmal ziehen zu dürfen…… also lieber raucher und raucherinnen…. setzt euch mit den wahren motiven eurer sucht auseinander und das aufhören gelingt ziemlich einfach.. und im nu werdet ihr wie ich, der 15 jahre lang beinah zwei schachteln am tag geraucht hatte, diese sucht loslassen können und ein leben in freiheit leben ohne angst an einen ort zu kommen wo man nicht rauchen darf, ohne angst keine zigaretten mehr zu haben, ohne feuerzeugprobleme, ohne stinkende klamotten, ohne üblen geruch und toten geschmacksnerven, ohne geld rauszuschmeißen für eine industrie die bald soviel tote mitzuverantworten hat, wie der zweite weltkrieg… also leute…. lasst endlich los… es ist einfacher als man denkt …. nur mut!

  11. Den Beitrag habe ich schon einmal wo anders gesehen.

    [ADMIN EDIT: Dein Spam habe ich auch schon wo anders gesehen. Link entfernt.]

  12. An alle Raucher und Nichtraucher!
    Das ist wohl die beste Anwaltsgeschichte des Jahres und wohl auch des Jahrzehnts!
    Sie ist wahr und hat den ersten Platz im amerikanischen Wettbewerb der Strafverteidiger
    (Criminal Lawyer Award Contest) gewonnen:
    In Charlotte, NC, kaufte ein Rechtsanwalt eine Kiste mit sehr seltenen und sehr teuren Zigarren und versicherte diese dann, unter anderem, gegen Feuerschaden.
    Über die nächsten Monate rauchte er die Zigarren vollständig auf und forderte dann die Versicherung auf (die erste Prämienzahlung war noch nicht einmal erbracht), den Schaden
    zu ersetzen.
    In seinem Anspruchsschreiben führte der Anwalt auf, dass die Zigarren durch eine Serie
    kleiner Feuerschäden vernichtet worden seien. Die Versicherung weigerte sich zu bezahlen
    mit der einleuchtenden Argumentation, dass er die Zigarren bestimmungsgemäß ver(b)raucht habe.
    Der Rechtsanwalt klagte… und gewann!
    Das Gericht stimmte mit der Versicherung überein, dass der Anspruch unverschämt sei,
    doch ergab sich aus der Versicherungspolice, dass die Zigarren gegen jede Art von Feuer versichert seien und Haftungsausschlüsse nicht bestünden.
    Folglich müsse die Versicherung bezahlen, was sie selbst vereinbart und unterschrieben habe.
    Statt ein langes und teueres Berufungsverfahren anzustrengen, akzeptierte die Versicherung
    das Urteil und bezahlte 15.000 US-Dollar an den Rechtsanwalt, der seine Zigarren in den zahlreichen „Feuerschäden“ verloren hatte.

    Jetzt kommt’s!
    Nachdem der Anwalt den Scheck der Versicherung eingelöst hatte, wurde er auf deren Antrag in 24 Fällen von Brandstiftung verhaftet.
    Unter Hinweis auf seine zivilrechtliche Klage und seine Angaben vor Gericht, wurde er wegen
    vorsätzlicher Inbrandsetzung seines versicherten Eigentums zu 24 Monaten Freiheitsstrafe
    (ohne Bewährung) und 24.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt.
    Und jetzt soll noch einer sagen, dass die Amis keinen an der Klatsche haben!

  13. Ich habe vor 2,5 Jahren aufgehört, irdendwann im Mai 12′. Ich liebte das Rauchen. Keiner glaubte, eingeschlossen mir, dass ich aufhören würde. Da war nur eine Sache, ich sagte immer wenn ich schwanger bin höre ich auf und ich wurde überraschend schwanger. In der ersten Woche nachdem ich es erfahren habe, habe ich noch 4 Zigaretten geraucht (vorher 1 Schachtel täglich). Die letzte war im Parkhaus, ich zog einmal und schämte mich so sehr dass ich weinen musste, seitdem habe ich nicht mehr geraucht. Das war ca. die 3. Schwangerschaftswoche. Ich hab dann !1 Jahr! gelitten. Geschwitzt, vom Rauchen geträumt, geheult, gewütet, war schlaflos.Ich sagte mir, nach dem Stillen fängst du w
    ieder an, es ist nicht für immer. Das beruhigte mich. Und plötzlich, nach einem Jahr, war das Verlangen weg. NIE WIEDER!!! Ich bin so froh! Heute habe ich nie Verlangen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.