Fang nie an aufzuhören, hör‘ nie auf anzufangen!

Vor gut acht Jahren habe ich diesen Blog gestartet und über nahezu jede noch so kleine Neuigkeit geschrieben, die das Internet hervorbrachte. Bis zu einer sehr ausgedehnten Blogpause Mitte 2012 stapelten sich so mehr als 1.000 Artikel. Aber… Muss man einen Artikel darüber schreiben, dass Google für seinen Service Analytics ein neues Favicon eingebunden hat? Definitiv nein! Muss man einen Artikel darüber verfassen, dass man seine Reifen am Auto gewechselt hat? Auf jeden Fall! Nein, Quatsch, sicherlich genauso wenig! Obwohl dieses Ereignis für mich sogar einschneidender war, als die Änderung des Favicon bei Google Analytics. Wie dem auch sei. Ich habe sage und schreibe 781 Artikel in den virtuellen Papierkorb verbannt, da ich sie heutzutage größtenteils als sinnlos oder zumindest als „outdated“ betrachten würde.

Vieles war schlecht

Das Hauptproblem war damals, dass das Bloggen grundlegend sehr gut funktionierte. Klingt komisch, war aber so. Ich hatte früher die Zielsetzung jeden Tag einen Artikel zu veröffentlichen und habe das auch über mehrere Jahre durchgezogen. Das Gute daran war, dass man so tatsächlich eine Art Stammleserschaft aufbauen konnte, die sogar Kommentare hinterließen oder über ähnliche Themen schrieben und daraufhin einen Pingback daließen. Das noch bessere daran war, dass ich damit gutes Geld verdient habe. Die Milchmädchenrechnung ging auf. Pro eintausend Impressionen war ein stabiler Euro auf dem Konto. Was macht man also? Genau, noch mehr Artikel schreiben. Schreiben um des Schreibens willen? Nein, Schreiben um des Geldes willen. Und das ist der Punkt, an dem das eigene Interesse am Content verloren geht und sich eher in Richtung Bankkonto fixiert. Das ist eine sehr gefährliche Phase, die man als Blogger erstmal in der Balance halten muss. Vor allen Dingen dann, wenn man eigentlich einem normalen 40-Stunden Hauptjob nachgeht, der mit Bloggen und Internet recht wenig zu tun hatte.
Schlecht war daher, dass die Qualität der Inhalte immer bescheidener wurde. Jeden Tag einen qualitativ hochwertigen und spannenden Artikel zu schreiben, war zeitlich kaum möglich. Vor allem auch deswegen, weil es mit unserer Internetagentur in Schloß Holte bereits einen Nebenjob gab, der viel Zeit kostete. Darüber hinaus gab es im Grunde auch nicht viel zu berichten. Es ist zum Beispiel vollkommen uninteressant, ob Mozilla den FireFox nun in der Version 28 oder 37 rausbringt. Wayne. Zum einen ist der Leser kaum an Versionsnummern interessiert, zum anderen aktualisiert sich jeder Browser heutzutage nahezu unbemerkt im Hintergrund. Hauptsache das Ding läuft.

Nicht alles war schlecht

Neben den mittlerweile verbannten Artikeln aus der Feder des noch eher unerfahrenen Ichs, habe ich auch viele Artikel (rund 200) behalten. Wenn es nicht der Content war, dürfte zumindest die Meldung selbst halbwegs spannend oder sagen wir in Ordnung gewesen sein. Immerhin habe ich damals Artikel geschrieben, die bis heute mehr als 300.000 mal gelesen wurden. So zum Beispiel der Artikel zur Melango GmbH, die damals im großen Stil Kunden betrogen und abgezockt hat. Dort habe ich darauf hingewiesen, wie man als Opfer am besten mit Internetabzocke umgeht und Ärger vermeidet. Das riesige Interesse an dem Artikel und das unglaubliche Ausmaß des Betrugs ließen sich unschwer an über 3.000 Kommentaren erahnen.
Auch Daniela Katzenberger war Thema bei blogwave. Nachdem Daniela erstmals von „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ begleitet und zu Beginn für das Klinkenputzen beim Playboy-Gründer Hugh Hefner noch verhöhnt, staunen heute vermutlich viele über ihr Talent der Selbstvermarktung. Über Daniela Katzenberger haben sich nicht ohne Grund mehr als 175.000 Leser bei blogwave informiert. Sie ist nach wie vor ein gutes Beispiel für Marketing und damit heuer nicht zu Unrecht Thema bei den OnlineMarketingRockstars.

Neustart?

In früheren Jahren habe ich unglaublich viel ausprobiert, war stets der Meinung, dass gute Systeme gutem Marketing trotzen und musste zunächst lernen, dass dem nicht so ist. Ein gutes System pder Portal reicht nicht für ein erfolgreiches Projekt. Erfolgreiche Projekte kommen von innen. Erfolgreiche Projekte gestaltet man mit Herz. Erfolgreiche Projekte muss man leben. Ich habe in den Jahren von 2008 bis ca. 2010 Scripte geschrieben und damit Communities aufzusetzen versucht. Das Script war für die damaligen Verhältnisse wirklich gut. Ich habe das System damals als Einzellizenz verkauft und konnte auch damit gutes Geld verdienen. Das erfolgreiche Projekt sprang dabei jedoch nie raus. Immerhin hatte die Demoversion des Social Network Scripts rund 2.000 User. Na, das ist doch was. Schön, wenn sich die User Test1, Test2, Test123 usw. aneinanderreihen. Wie dem auch sei. Immerhin hat damals der Verkauf der Scripte geklappt. Communities wie studivoten, flirtowl und wie sie sich alle schimpften, scheiterten kläglich. Das Positive daran ist, dass ich behaupten kann, nichts unversucht gelassen zu haben. Darüber hinaus habe ich unglaublich viele Erfahrungen sammeln können. Also Erfahrungen à la: „OK, so sollte ich es in Zukunft besser nicht machen.“

Schuster, bleib bei Deinen Leisten

Mittlerweile versteifen wir uns – wir sind seit 2013 zu zweit als GbR tätig – auf unsere wesentlichen Projekte. Wir sind in den Bereichen „Ultraleichtfliegen“, „Flugzeuge“ und „Abnehmen“ vertreten und betreiben Internetseiten, die für unsere Verhältnisse ganz gut funktionieren. Eines der Projekte stammt sogar noch aus der damaligen Zeit und wurde im April 2008 gegründet. Immerhin :)
Natürlich hat man auch heute noch hunderte Ideen, die man gern mal ausprobieren möchte. Aber die Zeit fehlt einfach. Mit mittlerweile gekürztem Hauptjob sieht es zeitlich zwar etwas runder aus, die laufenden Projekte und ein weiteres Standbein fressen dem Tag allerdings einige Stunden weg. Neue Projekte starten wir daher gern oder überwiegend in der Winterzeit, da ein weiteres unserer Standbeine innerhalb der GBR (hat allerdings nichts mit Internet zu tun) ein Saisongeschäft ist und hauptsächlich von März bis November betrieben wird. Das heißt, dass wir beide nach wie vor Hauptjobs nachgehen, nebenbei eine Internetagentur betreiben, die allerdings selbst nur Betreiberin unserer eigenen Projekte ist und darüber hinaus von März bis November ein weiteres vom Internet unabhängiges Geschäft betreiben. Letzteres ist gleichzeitig auch gemeinsames Hobby. Es kostet viel Zeit, lohnt sich aber, weil es schlicht und einfach Spaß macht.

Auf geht’s

Was jetzt wirklich genau neu sein oder losgehen soll, kann ich nicht sagen. Ich hatte einfach mal Lust diesen Blog wieder zu (re)aktivieren und ein bisschen durch die Blume zu erzählen. Das, was es halt zu erzählen gibt. Aber keine Sorge: Das Thema Favicons oder Reifenwechsel wird nicht dabei sein. Versprochen :)

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