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Wenn die Evolutionsbremse GEMA nicht vorhandene Interessen vertritt

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, besser bekannt als die GEMA, ist eine Verwertungsgesellschaft, die in Deutschland die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht von denjenigen Komponisten, Textdichtern und Verlegern von Musikwerken vertritt, die als Mitglied in ihr organisiert sind (Wikipedia). Die GEMA versucht also dafür zu sorgen, dass die Urheberrechte der Künstler weder verletzt, noch missbraucht werden und, dass die Künstler für die Nutzung ihrer Werke „bezahlt“ werden.

Die meisten Kinder der Neuzeit werden die GEMA wohl nur als Störenfried auf dem Videoportal YouTube kennen. 12 Cent pro angeklicktes Video eines Künstlers der Mitglied der GEMA ist, wollte die Gesellschaft vom Videoportal YouTube sehen. Ein bisschen zu viel des Guten. Der Meinung war damals auch YouTube. Die Moral von der Geschichte ist, dass man Videos mit sogenannten GEMA Inhalten in Deutschland nicht sehen kann. Stattdessen wird der Nutzer von YouTube recht deutlich darauf hingewiesen, dass die GEMA für dieses Video nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt hat. Dass das den User nervt, steht außer Frage.

GEMA - Du kommst hier net rein!!!

Dass der selbsternannte YouTube-Türsteher GEMA damit allerdings eher die eigenen Interessen und Idealvorstellungen durchzusetzen scheint und diese nicht unbedingt von allen ihren Mitgliedern geteilt werden, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. So beschwert sich die Musikgruppe Deichkind doch recht lautstark über die eigene Interessenvertretung auf Facebook.

Deichkind vs. GEMA

Sooo, „Leider geil“ ist jetzt auch gesperrt. Ob Plattenfirma, YouTube oder GEMA, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben. Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig..

Deichkind erhielt kurz nach Veröffentlichung dieser Kritik auf Facebook deutlich mehr als 32.000 Likes. Über 3.800 User teilten die Nachricht und mehr als 1.500 Kommentare zeigen, dass das Interesse an diesem Thema recht groß ist. Meiner Meinung nach ist dieses Vorgehen nichts anderes als Verwaltung 2.0 – gewollt, aber nicht gekonnt. Die Herrschaften der GEMA scheinen sich lieber im eigenen Machtgehabe zu sonnen, als den wahren Interessen ihrer Mitglieder entsprechend zu handeln. An diesem Missstand wird sicherlich auch das finanzielle Interesse der GEMA nicht ganz unschuldig sein. Die Gier nach Macht und Geld dieser sogenannten Interessenvertretungen bremsen die Entwicklung der neuen Medien in Deutschland förmlich aus. Soziale Medien sind mittlerweile sehr wichtige Kanäle für Unternehmen und Künstler. Ärgerlich nur, wenn man diese aufgrund eines sturen Bocks im System nicht für sich nutzen kann – auch nicht, wenn man wollte…

Modern sein wollen hat nichts mit modernem Sein zu tun. Wer nicht mit dem Zahn der Zeit geht und akzeptable Lösungen für Neues findet, wird früher oder später daran zu Grunde gehen. Aber das ist deren Entscheidung. Die „alten Hasen“, die im eigenen Unternehmen oft als Top-Entscheider gehandelt werden, tun schon das richtige. An dieser Stelle sei mir jedoch ein kleiner Hinweis gegönnt: Wir schreiben das Jahr 2012!