Tag Archive: Investoren

Wem gehört eigentlich Facebook zu welchem Anteil

In Verbindung mit dem sozialen Netzwerk Facebook hört man eigentlich nur den Namen Mark Zuckerberg in den Medien. Er ist zwar CEO, also auf gut Deutsch gesagt der Chef des Unternehmens, es gibt jedoch noch einige andere Teilhaber und Investoren, die sich mit viel (!) Kapital nur wenige Prozente des großen Kuchens sichern konnten. Die folgende Grafik zeigt die jeweiligen Besitzanteile recht übersichtlich an:

(via)

Heizkosten zu hoch: 10 Millionen Euro für Spreadshirt

Wieder einmal ist es ein sogenanntes Vorzeigeunternehmen (wenn die Finanzkrise nicht wäre, könnte das ein richtig schönes Unwort des Jahres sein), welches sich auf einmal doch nicht so ganz auf eigenen Beinen halten kann und dankend eine Finanzspritze über 10 Millionen Euro von zwei Investoren annimmt. Accel Partners hatte sich bereits 2006 an Spreadshirt beteiligt, Kennet Partners kommt nun ebenfalls zu Hilfe.

Das Jahr 2008 wurde schienbar zu gut eingeschätzt. Der Umsatz, welcher leider nicht absolut beziffert wird, stieg zwar um satte 40%, allerdings war das noch wenig genug, um etwa 30 Leuten aus dem Leipziger unternehmen die Richtung zum Ausgang zeigen zu müssen, da der Umsatz für die insgesamt 150 Mitarbeiter einfach nicht mehr reicht. In vielen Startups wird die Kohle einfach nur verheizt und für oft unnütze Dinge ausgegeben (darum die Überschrift). Wie das bei Spreadshirt genau ist, weiß ich nicht und interessiert mich nicht. Fakt ist, dass die Finanzspritze da ist. Daher schient die Situation labil genug gewesen zu sein, das Geld dankend anzunehmen.

Man munkelt, dass der Umsatz in 2008 zwischen 25 und 30 Millionen Euro betragen haben muss. Doch in einem solchen Unternehmen, welches nicht nur reine Dienstleistung liefert, fallen im Gegensatz zu manch anderen Internetunternehmen, die nur „virtuelle“ Geschäfte mit zumeist digitaler Ware abwickeln, hohe Kosten für Material, Mensch und Maschine an. Auch das muss selbstverständlich bewältigt und getragen werden. Und mit 150 Mitarbeitern gehört Spreadshirt sicher nicht zu den 08/15 Startups, welche zusammen mit 2 Freunden in einer Kneipe gegründet werden.

Man sagt, dass die Finanzspritz unter anderem dazu dienen soll den atlantischen Raum zu erobern, um Spreadshirt auch in dieser Richtung bekannter zu machen. Lustig ist, dass man bei der Fahrt über den Teich direkt auf den Konkurrenten zupaddelt, welcher scheinbar einst der Vorreiter war. Es wurde unter anderem behauptet, dass das Verhältnis von Spreadshirt zu Cafepress in etwa dem Verhältnis von StudiVZ zu Facebook entspricht, wenn ihr versteht was ich meine.

Diese Finanzspritze hat man angeblich den Gründern Lukasz Gadowski und Matthias Spieß zu verdanken, die das Unternehmen im Jahr 2001 übrigens ganz ohne Startkapital gründeten.

This investment would not have been possible without the work and dedication of our founders, Lukasz Gadowski and Matthias Spiess, our motivated and smart management team, and our creative and hard working execution team. I am grateful today and each day for all they do to grow Spreadshirt and me!

Spreadshirt hat sich trotz einiger Vorwürfe und Kritik sehr gut etabliert und ist mit seinen rund 300.000 Partnershops sicherlich ein Gigant auf dem Social Commerce und Personal Branding Markt. Ich wünsche daher viel Erfolg und werde vermutlich trotzdem nie ein T-Shirt bei euch bestellen, weil mein Nachbar das ganze für wesentlich weniger Geld macht :)

Diese Aussage versteht sich ganz ohne Wertung, denn meinen Saft kaufe ich z.B. auch im ALDI, weil er da einfach günstiger ist als sonstwo.

smava: 8.000.000 € Finanzspritze, nur 40.000 € Umsatz

Ich habe gestern bei deutsche Startups mal wieder einen kleinen Artikel über smava gelesen. smava ist eine Kreditplattform auf welcher man sein Geld zu einem bestimmten Zinssatz verleihen und somit bei Kreditnehmern anlegen kann oder sich aber Geld für bestimmte Dinge leihen kann. Die Community soll angeblich ganz gut funktionieren. Was mich echt nur wundert bzw. stutzig macht, sind die ständigen Finanzierungsrunden…

Letztes Jahr hat der Investor Earlybird schon satte 4 Millionen Euro in den Laden gepumpt. Und als ob das nicht genug wäre, ging soeben die zweite Finanzierungsrunde erfolgreich über die Bühne. Abermals investierte Earlybird zusammen mit Neuhaus Partners 4 Millionen Euro in das deutsche Startup. Da muss ja einiges gehen. Ich meine das Businessmodell ist klar und sicherlich kann das auch gewinnbringend sein, aber…

Liest man den Artikel weiter steht etwa mittig etwas von dem bislang vermittelten Kreditvolumen. Dieses Kreditvolumen, das bei smava seit dem Start über den Tresen ging betrug gerade mal 4 Millionen Euro. Es wurden also 8 Millionen Euro in den Laden reingepumpt, dagegen allerdings nur 4 Millionen Euro Kreditvolumen vermittelt.

Der Kreditnehmer zahlt nur bei erfolgreichem Abschluss eines Kreditvertrages eine Erfolgsgebühr von 1% des Kreditbetrages. Die Erfolgsgebühr wird vor Auszahlung des Kreditbetrages von smava abgezogen. Es fallen keine weiteren Kosten an.

Diese Aussage findet man unter dem Menüpunkt „Gebühren“. Wer jetzt mal den Taschenrechner benutzt und über die Tasten 4.000.000 durch 100 dividiert, was unweigerlich einen Prozent ergeben wird, bekommt gerade mal 40.000 heraus.

Demnach stehen den 8.000.000 Euro Investitionsvolumen gerade mal 40.000 Euro Umsatz aus Kreditvermittlungen gegenüber.

Wir freuen uns, mit Earlybird und Neuhaus Partners Premium-Investoren an unserer Seite zu haben, die unsere Vision eines Online-Kreditmarktplatzes teilen und unterstützen. Mit den Ressourcen dieser Finanzierungsrunde werden wir das Wachstum von smava weiter beschleunigen

Ohne diese Finanzierungsrunden sollte man vielleicht auch nicht das Wachstum, sondern das Insolvenzverfahren beschleunigen. Aber ist es nicht komisch? Bei den vielen Startups im Internet investieren die Business Angels immer wieder riesige Summen wobei der eigentliche Umsatz mehr oder weniger aus bleibt. Das Kuriose: Alle freuen sich und sagen auch noch: „Wow, was für ein Projekt. Die haben es geschafft…“