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Aus der Nummer müssen wir jetzt wieder raus…

Einige treue Leser werden sicherlich noch den Beitrag „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus…“ in Erinnerung haben. Ich habe mich dort damals über Praktiken ausgelassen, die so nicht hätten ablaufen dürfen. In Kürze: eine Behörde hat ein Internetsystem gekauft, welches als äußerst innovativ und als DAS Ding der Zukunft angepriesen wurde. Ich hatte mir das damals angesehen und nach ca. 20 Minuten die Vermutung gehabt, dass das in die Hose gehen könnte…

Einige Schlaumeier und Weltversteher haben direkt ihren Senf dazu abgelassen und meinen Beitrag, sowie meine Aussagen dazu kritisiert. So, nun haben wir uns bzw. viel mehr ich mich rund ein Jahr mit dem katastrophalen Ding herumgeschlagen. Herumgeschlagen im wahrsten Sinne des Wortes. Ich erinnere mich an einer Anforderung, die im März 2010 an den jeweiligen Dienstleister gestellt wurde. Unser Problem: Das System kann out of the box keine Videos abspielen. HTML Code von externen Playern und Videoportalen wird rigoros herausgefiltert. Da wir keine Adminrechte haben, muss für jeden Pups eine Anforderung an den Dienstleister gestellt werden.

Gesagt, getan. Es muss entweder die Möglichkeit geschaffen werden, Quellcode zwecks Video-Embedding einfügen zu dürfen, oder man muss einen eigenen Player einbinden bzw. installieren, um damit die auf dem Server abgelegten Videodateien abspielen zu können. Würde ich von einem Kunden einen solchen Auftrag bekommen, denke ich, dass man diesen inklusive Bugfixing in rund (absichtlich etwas hochgegriffen) einem Tag erledigen kann. Lassen wir es zwei sein. Oder auch drei. Ach komm, wir machen eine Woche draus. Eine Woche, um einen schlichten Videoplayer einzubauen (darf auch eine fertige Open Source Lösung sein), oder aber den HTML-Code zwecks Embedding von fremdgehosteten Videos zu erlauben.

Eigentlich kein Hexenwerk. Theoretisch. So, jetzt kommt aber der Dienstleister ins Spiel. Der frickelt während der Mittagszeit (!) an einem normalen Werktag (!) erstmal im HTML-Filter des WYSIWYG-Systems herum, zerschiesst das gesamte Ding, spielt daraufhin ein Backup ein und meldet sich mit einem schlichten „Hmm, das geht wohl nicht.“ zurück. Unserer Empfehlung ein solches Experiment lieber in der Nacht durchzuführen, ist man aus irgendwelchen Gründen nicht nachgekommen. Es sei ja nur ein kleiner Eingriff. Naja, mittlerweile ist ein guter Monat ins Land gegangen. Wir antworteten abermals, dass wir dann gerne auf die Alternativlösung, also den eigenen Player, zurückgreifen würden, um unsere hochgeladene AVIs doch noch abspielen zu können. „Jo, machen wir.“ hieß es vom Dienstleister im April 2010.

Kurzer Zeitraffer: April, Mai, Juni, Juli, August, Urlaub, September. Anfang Oktober war es so weit. Der Dienstleister hat einen Player in das System eingebunden und es hat seit unserer Anfrage nur sechs oder sieben Monate gedauert. Der zu zahlende Betrag ging in Richtung mehrerer tausend Euro. Aber das ist egal. Das sind ja nur eure und meine Steuergelder. So, das dazu. Der Kohl, der nun eigentlich nicht viel fetter werden dürfte, wird es jetzt wider Erwarten doch noch.

Auf die Frage, warum das ganze so lange gedauert hat, heißt es, man habe sich mittlerweile vom System und der Philosophie des Systems distanziert und suche eigentlich nach neuen Möglichkeiten. Im Klartext: Der Dienstleister hat eingesehen, dass das System doch nicht für das Internet geeignet ist und möchte nun etwas anders einsetzen bzw. etwas neues verkaufen. Man habe sogar schon erste Lösungsansätze. Es gäbe da wohl ein sehr innovatives und zukunftsorientiertes System (Hört, hört!), welches nahezu alles kann. Die eierlegende Wollmilchsau also.

Ich prognostiziere hier mit feierlich und offiziell für das Jahr 2011 die folgende Sache:
Auf die Frage “Können Sie das leisten?”, wird der Dienstleister mit den Worten “Natürlich können wir das!” antworten und die Entscheider werden kaufen. Wollen wir wetten?

Ceckliste für die Programmierung der eigenen Internetseite

Wer schonmal eine eigene Internetseite programmiert hat und diese dann endlich launchen will, kennt sicher das Problem bzw. den Gedanken daran, ob man auch an alles gedacht hat. Habe ich alles richtig gemacht? Habe ich überhaupt an alles gedacht, oder kann es sein, dass mir in der Eile oder Fülle etwas entfallen ist? Für all diese Fragen, gibt es einen nützlichen kleinen Leitfaden im Internet, der praktischer nicht sein könnte…

Launchlist heißt das kleine Tool, welches wie eine Art Checkliste für den eigenen Internetauftritt daherkommt. Die Checkliste weist knapp 30 Punkte auf und zeigt sich sehr flexibel. Das hinzufügen eigener Punkte, oder Anpassen der Checkliste durch das Löschen vorgegebener Punkte ist quasi on-the-fly möglich. Punkte die man erledigt hat, markiert man iPhone-OS-Like mit einem „Yes“ und kann gegebenenfalls sogar einen Kommentar hinterlassen.

Die Liste ist durch einen Account personalisierbar und stünde somit immer wieder zur Verfügung. Mein Fazit: Kleines aber wirklich feines und vor allem nützliches Tool.

Facebook als Ersatz zur eigenen Internetseite

Nachdem Facebook seit Kurzem über eine halbe Milliarde Mitglieder verfügt, machen sich teilweise sehr interessante Meldungen breit. Derweil gibt es einige größere Unternehmen, die die eigene Internetpräsenz komplett abschalten und sich nur noch auf die Präsentation via Facebook konzentrieren. Sie argumentieren damit so näher am User zu sein. Aber ist das der richtige Schritt?

Meiner Meinung nach ist es auf der einen Seite gut einfach an den Ort umzuziehen, an dem die eigenen User sich ohnehin tagtäglich einfinden. Aber auf der anderen Seite ist es doch auch so, dass die Darstellungsmöglichkeiten für das eigene Unternehmen oder die eigenen Produkte ziemlich eingeschränkt werden. Darüber hinaus schätze ich es auch schwierig ein eine Art Corporate Design umzusetzen.

Wie bereits gesagt gibt es zwei Seiten und massig Argumente, die dafür oder dagegen sprechen. Die beiden Unternehmen FHM (Magazin) und K2 (Skis) sind wohlm die beiden bekanntesten, die in den letzten Tagen diesen meiner Meinung nach riskanten aber auch mutigen Schritt gewagt haben. Wichtig ist mir jetzt jedoch eure Meinung zu diesem Thema.

Ist Facebook als Ersatz für die eigene Internetseite geeignet?

Jetzt haben wir den Salat…

Als ob ich es nicht geahnt hätte. Ich hatte ja kürzlich schonmal darüber geschrieben wie Webentwicklung nicht unbedingt laufen sollte. Mancher Entscheider und Entscheidungen wegen lässt sich das aber nicht vermeiden, denn: „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus…„. Das war eines der mir am meisten entgegengebrachten Argumente auf meinen Vorschlag das System, welches nun leider eingesetzt wird, einzustampfen und lieber selbst zu programmieren…

Nun gibt es wieder einige Updates zu dieser Story. Der Webauftritt ist mittlerweile online. Gebracht hat er denen, die sich an der Nutzung erfreuen sollen, bislang nichts. Die Selbstdarstellung der einzelnen wichtigen Personen ist etwas besser geworden. Mit dem System hat man jedoch leider nichts wirklich Innovatives oder Neues geschaffen, sondern viel mehr eine riesen Baustelle ins Haus geholt, welche nun und auch in Zukunft als ABM dient. Andere Vorteile sehe ich zurzeit nicht. Aber darüber hatte ich in oben verlinktem Artikel schon genug erzählt.

Viel witziger ist eigentlich die Tatsache, dass sich gerade genau die Problematik einstellt, die ich einst mal vorausgesagt, sagen wir lieber, vermutet hatte. Ich hatte auf diverse Anforderungen hingewiesen, die sich in naher Zukunft sowohl aus externen aber auch internen Wünschen ergeben könnten. Weiter hatte ich auf den Dienstleister hingewiesen, der schon bei der Erstellung des Auftritts an seine Grenzen stieß und eher mit fehlendem Know How, als mit fundierten Kenntnissen in punkto Webentwicklung glänzte.

Diese „nahe Zukunft“ ist nun plötzlich da und es sind tatsächlich Anforderungen hereingekommen. Das konnte ja niemand ahnen ^^. In jedem Fall sollen teilweise alte, simple Rechenprogramme (PHP), kleinere Anwendungen (PHP, MySQL) und auch neue Anforderungen umgesetzt und im Internetauftritt integriert werden. Bei dem Wort „integriert“ scheiden sich die Geister. Der Dienstleister meint mit Integration das Einbetten alter Software per iFrame in die neue Umgebung, während ich bzw. wir eigentlich die volle und nahtlose Integration in den Quellcode meinten und das auch immernoch tun. Das könnte jedoch teuer werden, denn…

Für irgendwelche Javascript fünfzeiler werden plötzlich zwei Manntage veranschlagt, obwohl man eine solche Anforderung als erfahrener Webentwickler meiner Meinung nach innerhalb von gut 30 Minuten schon lösen können sollte. Die Abstimmung mit den Externen sei so komplex, heißt es dann einfach. Die Externen haben im Grunde jedoch nichts mit uns zu tun, sondern wurden vielmehr deswegen akquiriert, weil der Dienstleister selbst mit der Aufgabe überfordert zu sein scheint – und das müssen wir jetzt bezahlen!? Wenn ich Euch jetzt noch sage, dass es hier sage und schreibe nur darum geht, einen bestimmten HTML DIV-Layer etwas verzögert zu schliessen, wird sich jeder ein Bild darüber machen können, wo bzw. wie hoch das Know How wirklich einzustufen ist.

Auch komisch ist, dass das uns damals noch als furchtbar innovatives System der Zukunft verkaufte Stück Software plötzlich Probleme damit zu haben scheint Videos per HTML Code einzubetten. Das Problem ist eigentlich nur das, dass der integrierte Javascript WYSIWYG Editor die reine HTML Eingabe und damit natürlich auch das Embed Objekt filtert und dieses aus diesem Grund nicht mitgespeichert bzw. mitgesendet wird. Tragisch für uns, denn zu Zeiten ausgereifter Flash Technologien und den neuen Möglichkeiten der HTML 5 Technik bekamen wir den alternativen Lösungsvorschlag die Videos doch einfach als Download anzubieten, damit sich der User diese z.B. im Windows Media Player ansehen kann :)

Zu guter letzt geht das Ganze sogar so weit, dass sich die ersten über das Design und Layouting beschweren. Das würde ich ehrlich gesagt auch tun, denn das was da jetzt im Netz steht ist eigentlich nur ein erster Entwurfsvorschlag gewesen, welcher aber einfach mal blind übernommen wurde. Wundern tut mich bei dieser Beschwerde nur, dass man diese Person von Anfang an versucht hat mit in die „Designphase“ einzubeziehen, die Arbeit vor einigen Monaten, mittlerweile sogar Jahren, jedoch abgelehnt werden musste, da man ja so wenig Zeit und auch gar nicht das Know How hätte.

Naja, das nur mal so als kleiner Einblick in die moderne und innovative Webentwicklung eines Dienstleisters, der von Steuergeldern bezahlt wird :)

Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus…

Ich hatte schon ein oder zwei Male darüber gebloggt, wie es hier drunter und drüber geht. Es ist wirklich interessant. Man entwickelt hier… Nein, man muss sich hier mit einem Dienstleister herumschlagen, der das Thema Internet irgendwie nicht so recht verstehen will und auch nie verstehen wird. Man hätte das Vorhaben prinzipiell innerhalb von rund vier, lassen wir es acht Wochen sein, auf Basis eines eigens programmierten CMS einstielen können und hätte einen flexiblen und zukunftsorientierten Webauftritt…

In der Verwaltung ist es jedoch so, dass man sich von irgendwelchen Leuten, die rein faktisch nicht viel Erfahrung im Webdevelopment haben (das stellte sich während des „Entwicklungsprozesses“ an etlichen hundert Stellen heraus), ein System aufschwatzen lässt, welches angeblich alles (!) kann. Das Ding ist DIE eierlegende Wollmilchsau. Alle, ja, wirklich alle, haben sich genau dieses System seit sehr sehr langer Zeit gewünscht und welch‘ Zufall: ausgerechnet unser Dienstleister kann uns dieses, vom Weltmarktführer zusammengefrickelte und eigentlich für etwas ganz anderes gedachte System, auch noch zum Niedrigpreis, vergleichbar mit dem eines nageneuen BMW 3er Cabrio, anbieten. Wie geil ist das denn?

Der Dienstleister schien einer der Guten zu sein. Auf die Frage: „Können Sie das leisten?“, antwortete man großspurig und gleichzeitig leicht verwundert mit „Natürlich können wir das!“. Was für eine blöde Frage. Erstens haben wir ja das „System“, zweitens den Dienstleister, der das ja nunmal selbstverständlich leisten kann, drittens einen ganzen Topf voll zu verprassender Steuergelder und viertens ist das doch alles „nur“ Internet. Das macht das System doch sowieso nebenbei. Ich verstehe gar nicht, dass ich je am System bzw. Dienstleister zweifeln konnte…

Los ging es mit den Problemen direkt zu Beginn vor wie gesagt etwa 28 Monaten. Tabellenloses Layout war dem Dienstleister schlichtweg unbekannt. „Wir machen das schon immer so“, begründete man das veraltete Vorgehen. Neu war für mich als Kunde auch sich stets für sein Vorhaben und die damit verbundenen weiteren Aufträge rechtfertigen zu müssen. Parameterfreie URLs zum Beispiel: „Wofür brauchen Sie die denn? Wir machen das schon immer mit zahlreichen Parametern in den URLs. Die sind auch alle bei Google drinne…“. Ach so. Na dann, wenn die bei Google ja alle drinne sind, dann lasst uns doch alle zurücklehnen und nur noch feiern.

Scheiss auf SEO, scheiss auf W3, scheiss auf Barrierefreiheit, scheiss auf Geld, scheiss auf KnowHow, scheiss auf Rechte am eigenen Root Server, scheiss auf Administrationsrechte, scheiss auf Quelltexteinsicht, scheiss auf APIs, scheiss auf Schnittstellen, scheiss auf Integration, scheiss auf Felxibilität, scheiss auf Professionalität, scheiss auf Usability, scheiss auf Frameworks, scheiss auf Web 2.0, scheiss auf Social Media, scheiss auf UGC, scheiss auf Fehlerroutinen. Es lebe der Bug, es lebe das sogenannte Workaround (Vorgehensweise um einen Bug zu umgehen), es lebe die veraltete Technologie, es lebe das Gefrickel, es lebe die Dienstleisterwillkür, es lebe die von uns bezahlte Rechnung, es lebe der grüne Tisch. Was solls, wir sind doch eh bei Google drinne…

Auch das nicht wirklich unbedeutende Adjektiv „barrierefrei“ wurde vom Dienstleister, der übrigens alles ohne Probleme leisten kann und sicher niemals auf die Idee kommen würde z.B. nach Artikeln aus meinem Blog zu googlen, den Lösungsansatz zu kopieren, uns darauf hinzuweisen ob wir das Ganze so, wie in dem Artikel beschrieben, meinen würden und es dann auch noch in Rechnung zu stellen, kurzerhand in das Adjektiv „barrierearm“ umgewandelt. Das ist prinzipiell so etwas wie das heimliche aber nicht offensichtliche Eingestehen der Tatsache, dass man etwas nicht kann bzw. einer Anforderung nicht gewachsen ist. Egal. Ein weiterer BMW 3er Cabrio wird das schon richten. Ein zugedrücktes Auge zwischen den Entscheidern am grünen Tisch bringt die Gelddruckmaschine sicherlich auch nicht aus dem Konzept. Die Platte dreht sich wieder. Wir können uns wieder zurücklehnen. Der Dienstleister ist jetzt plötzlich doch wieder gut.

Mit irgendwelchen überteuerten 08/15 Firmen, die sich teilweise immerhin als Goldpartner des Weltmarktführer präsentieren, versuchte man die Kuh wieder vom Eis zu holen, die man schon bei dem Satz „Klar können wir das…“ (s.o.) auf selbiges positioniert hat. Der eigentliche Dienstleister schlüpft ab jetzt in die Rolle des Vermittlers, steht zwischen Kunde und Drittanbieter. Direkter Kontakt zwischen Kunde und Drittanbieter ist nicht gewünscht bzw. besonders am grünen Tisch nicht gern gesehen, wobei man dort ohnehin nur noch mit einem Auge herumläuft. Dinge werden aufgrund der kommunikativen Distanz zwischen Kunde und Drittanbieter falsch verstanden, falsch umgesetzt, Missverständnisse entstehen. Es wird trotzdem alles berechnet. Und zwar vom Zwischenhändler, also dem eigentlichen Dienstleister. Ein bis zwei weitere dieser schönen und nagelneuen BMW 3er Cabrios gingen über die Ladentheke in Richtung Alleskönner. Ich persönlich finde es langsam verantwortungslos, völlig am Ziel vorbei (wir wollen nur eine Internetseite haben). Vorerst ausschließliche Abbildung von Content (kein UGC). Mehr nicht.

Es wäre engstirnig mit diesem System und vor allem einem Dienstleister, der sein fiktives KnowHow scheinbar ergoogelt oder aber die Aneignung dessen durch uns zahlen lässt, weiterzumachen. Die sogenannte Führungsebene in eigenen Reihen wurde von mir insgesamt fünf mal, aufgrund der viel zu hohen Kosten, des mangelhaften Dienstleisters, der nicht zukunftsorientierten Software und mehreren hundert (kein Witz) anderer Kleinigkeiten darauf hingewiesen, den Auftrag schnellstmöglich zu canceln, das Projekt als gescheitert zu erklären und neu zu beginnen. Man sieht schon jetzt die Wand, vor die man in unbestimmter Zeit ungebremst und sogar ohne Airbag vorfährt. „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus…“, heißt es von fast ganz oben. Ach so. Na dann.

Ich habe meine Pflicht erfüllt. Ich habe unserem Dienstleister des Öfteren Lösungen angeboten, die er nahtlos übernommen und berechnet hat. Ich habe auf etliche Baustellen im System hingewisen. Ich habe auf die nicht vorhandene bzw. fehlende Flexibilität hingewiesen. Ich habe auf die immensen zu erwartenden und bereits verprassten Kosten hingewiesen. Ich habe auf die veralteten Technologien hingewiesen. Ich habe darauf hingewiesen, dass man sich für das Geld auch eine komplette Webagentur hätte kaufen und ein bis zwei Jahre hätte betreiben können, um etwas ordentliches zu programmieren. Ich habe die Probleme erkannt und insgesamt fünf mal dringend davon abgeraten mit diesem Produkt, welches niemals die Bezeichnung Website, nicht einmal Homepage verdienen würde, online zu gehen, aber…

„Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus…“

Wann ist eine Website eigentlich erfolgreich?

Eine Frage, die ich mir schon jahrelang stelle ist die Frage nach dem Erfolg der eigenen Projekte. Ab wann ist ein Projekt oder eine Website als erfolgreich zu betrachten? Wann hat sich der Arbeitseinsatz, den man meist über einen sehr langen Zeitraum investiert hat, wirklich gelohnt? Gibt es überhaupt ein Maß, mit welchem man den Erfolg feststellen bzw. messen kann?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ich einige erfolgreiche Webseiten habe und betreibe. Der Begriff Erfolg ist m. E. relativ und teilweise subjektiv zu betrachten. Bewegt man sich mit einer Website z.B. in einer nur kleinen Branche, dann können schon wenige User für einen Erfolg sprechen. Hat man nur wenige User in einer riesengroßen Branche gewonnen, so kann das auf der einen Seite natürlich negativ sein, auf der anderen Seite aber auch wieder positiv – vorausgesetzt man misst den Erfolg auf einer anderen, z.B. der finanziellen Basis.

Bei mir dreht es sich im Grunde um drei große Projekte. Das eine ist TeraPix.de. Mit TeraPix.de betreibe ich seit etwa 2003 (früher noch unter anderem Namen) eine Mini Internetagentur. Webdesign in Bielefeld und Umgebung quasi. Ich verdiene damit keine Millionen, aber genug um das Ganze weiter laufen zu lassen und Zeit zu investieren. Die Seite glänzt nicht unbedingt mit vielen Besuchern am Tag. Trotzdem zähle ich mehr als 250 Kunden in meiner Datenbank. Ist TeraPix.de damit erfolgreich? Aus wirtschaftlicher Sicht sicherlich. Nach außen hin auch? Ich weiß es nicht.

Ein anderes Projekt ist ulForum.de. ulForum.de ist eine Community zum Thema Ultraleichtfliegen. Die Einnahmen decken zur Zeit gerade mal das Hosting. Ist das Projekt damit erfolgreich? In meinen Augen schon – jedoch nicht aus wirtschaftlicher Sicht. Die reinen (Weiter)Entwicklungs- und Betreuungskosten summieren sich mittlerweile auf rund 40.000 Euro, würde ich meine Arbeitszeit berechnen. Ich habe mit dem Portal also locker 40 Riesen Minus gemacht (rein wirtschaftlich gesehen). Trotzdem stufe ich ulForum.de als erfolgreich ein. Denn das Projekt erfreut sich einem großen Ansehen und viel unerwarteter Aufmerksamkeit – „eine echte Bereicherung“, heißt es sogar von einigen Usern aus der Szene.

Das nächste Projekt ist Blogwave.de. Dieses Blog habe ich fast zeitgleich mit ulForum.de vor etwas mehr als einem Jahr gegründet. Finanziell hat es sich bislang überhaupt nicht gelohnt. Ich stecke täglich seit mehr als einem Jahr rund eine Stunde Arbeit oder mehr in dieses Blog und decke mit den Einnahmen ebenfalls gerade mal das Hosting ab. Einige werden denken, dass das bei mehr als 15.000 Uniques im Monat völliger Quatsch und dummes Gerede ist. Ihr wisst es selbst. Als Webmaster bzw. erfahrener Internetuser weiss man, wo sich Werbung befindet, wie diese umgangen werden kann und dass sich meist nur Uninteressantes dahinter verbirgt. Das Problem ist, dass man genau diese erfahrene Zielgruppe anspricht und damit wenige Klicks hat :) Trotzdem ist Blogwave in meinen Augen ein Erfolg. Denn das Blog wird z.B. in Suchmaschinen teilweise extrem stark gelistet. Des Weiteren habe ich sehr viele Leser. Und genau das ist das, was Spaß macht. Das ist Erfolg, oder?

Wie sieht es bei Euch aus? Wie definiert Ihr Euren Erfolg. Habt Ihr erfolgreiche Seiten? In welchem Sinne stuft Ihr Eure Seiten als erfolgreich oder vielleicht auch nicht erfolgreich ein? Ich bin gespannt…